Gartentipps Teil 5: Weniger Pflege heisst mehr Leben

Geposted von Holger Thissen am

Im fünften und letzten Beitrag erfährst du, wie du in deinem Garten die Biodiversität förderst – indem du ganz einfach auf intensivere Pflege verzichtest.

Gängige Gärten machen ihren Besitzerinnen und Besitzern viel Arbeit: Der gleichmässige Rasen muss andauernd gemäht, gedüngt, gespritzt und gewässert, die Buchsbaumhecken und Rosenbeete immer wieder mit diversen Giften bespritzt werden. Aber auch Pflanzen, deren Früchte wir essen, wie Obstbäume und Beerensträucher, müssen oft gespritzt werden, damit sie nicht wegen Krankheiten und Schädlingen eingehen.

Diese Art von Gartenpflege bringt nicht nur viel Arbeit mit sich – sie schadet vor allem der Biodiversität. Zum Glück gibt es blühende Alternativen, die pflegeleichter sind und unzähligen Wildbienen und weiteren Insekten ein wertvolles Zuhause und lebensnotwendige Nahrung bieten.

Biodiverse Wildblumenwiese

Herkömmliche Rasen sind sehr pflegeintensiv. Das Problem: Ein einziger Durchgang mit dem Rasenmäher bedeutet für unzählige Insekten das Ende. Eine Wildblumenwiese muss im Gegensatz dazu nur zweimal im Jahr gemäht werden. Am besten mit einer Sense oder einem schonenden Balkenmäher. Aber nicht nur deswegen ist eine Wildblumenwiese ein immenser Gewinn. Die darin wachsenden Wildblumen bieten unzähligen Insekten wichtige Nahrung, die sie sonst kaum mehr finden. Und dir bietet sie einen prächtigen Anblick und einen lebendigen Garten.

Weniger spritzen: Mit resistenten Sorten sparst du dir Arbeit und rettest Leben

Bei vielen Obstbäumen und Beerensträuchern, die sich in Schweizer Gärten finden, ist es nötig, dass sie zum Schutz vor Schädlingen gespritzt werden. Das tötet aber nicht nur unerwünschte Schädlinge, sondern auch viele Insekten, die für unser Ökosystem unabdingbar sind, wie zum Beispiel Marienkäfer, Schmetterlinge und eben Wildbienen.

Zum Glück gibt es Alternativen: Obstbäume und Beerensträucher etwa, die gegen viele Schädlinge resistent sind und nicht gespritzt werden müssen, um zu überleben. Eine gute Anlaufstelle hierfür ist der  Online-Sortenfinder von ProSpecieRara, wo du eine Überblick über eine Vielzahl heimischer Obst- und Beerensorten findest – mit einem Hinweis auf Einkaufsmöglichkeiten versehen. Viele dieser alten Sorten sind krankheitsresistent und extrem pflegeleicht.

Resistente Beerensorten

ProSpecieRara hat für uns eine Auswahl von Beerensorten zusammengestellt, die sich für den eigenen Garten eignen und besonders robust sind. Cassis und Brombeeren gehören übrigens grundsätzlich zu den robusten Beerensorten.

Resistente Johannisbeeren: Gloire des Sablons

Resistente Johannisbeeren: Gloire des Sablons

 

Johannisbeeren:

  • London Market
  • Houghton Castle
  • Gloire des Sablons
  • Mulka
  • Rosa Holländer

Stachelbeeren:

  • Poorman
  • Robustenta
  • Resistenta
  • Rochusbeere
  • Captivator

Himbeeren:

  • Winklers Sämling
  • Pérpétuelle de Billard
  • Hauensteins Gelbe
  • Matterhorn
  • Schönemann
  • Shaffer’s Colossal
Gift im Garten? Andermatt Biocontrol bietet biologische Alternativen

Falls du in deinem Garten Arten anpflanzen willst, von denen keine hinreichend robusten Sorten auf dem Markt erhältlich sind, ist das kein Problem. Du musst nicht darauf verzichten. Achte einfach darauf, welches Gift du zum Schutz deiner Pflanzen einsetzt. Zwischen verschiedenen Angeboten bestehen grosse Unterschiede bezüglich ihrer Schädlichkeit für die Biodiversität. Wir empfehlen, immer auf biologische Alternativen zu den herkömmlichen Pestiziden zu setzen. Eine gute Anlaufstelle hierfür ist der Anbieter Andermatt Biocontrol. Lass dich beraten, es lohnt sich. Denn schliesslich ist dein Garten  ein wichtiger Lebensraum.

Tipps & Tricks Wildbienen

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