Wildbienen, die vergessenen Bestäuber

Die Mehrheit der Bevölkerung denkt bei Bienen in erster Linie an Honig und damit zwangsweise an die seit Jahrhunderten domestizierte Honigbiene. Selbst wenn von Wildbienen gesprochen wird, wird meist angenommen, dass damit verwilderte Honigbienen gemeint sind. Dass es aber nebst der Honigbiene alleine in der Schweiz noch über 600 andere Bienenarten gibt, die keinen Honig produzieren, war bis vor Kurzem nur eingefleischten Insektenfreunden bekannt. Dies überrascht umso mehr, wenn man in Betracht zieht, dass diese unermüdlich arbeitenden Tiere für einen Grossteil der Bestäubung unserer Kultur- und Wildpflanzen verantwortlich sind.

Vielfalt der Wildbienen

Weltweit sind bereits über 17 000 verschiedene Wildbienenarten beschrieben worden, und die Tendenz ist noch immer steigend. Zum Vergleich: Die viel besser erforschten Säugetiere stellen gerade mal knapp 5500 Arten. In der Schweiz wurden 614 verschiedene Arten von Wildbienen nachgewiesen.
Von der sozialen Honigbiene bis zur solitär lebenden Mauerbiene gibt es alle möglichen Übergangsformen des Zusammenlebens. Dabei gibt es nicht die eine Wildbiene. Die kleinste Biene der Schweiz ist mit rund 3 Millimetern die Steppenbiene und die grösste ist mit fast 3.5 Zentimetern die Königin der Erdhummeln.
Der Grossteil der Wildbienen nistet im Boden, gefolgt von den Hohlraumnistern. Es gibt aber auch Arten, die ihre Nester in markhaltige Stängel, in morschem Holz oder sogar in verlassenen Schneckenhäusern bauen.
Für einen vertieften Einblick in die faszinierende und vielfältige Welt der Wildbienen möchten wir an dieser Stelle auf die hervorragende Internetseite vom Wildbienenspezialisten Paul Westrich verweisen: www.wildbienen.info.

 

 

Gefährdung der Wildbienen

Die meisten Wildbienen sind auf geeignete Nistplätze und ein sehr spezifisches Blütenangebot in deren Nähe angewiesen. Durch die Zersiedlung und die Intensivierung der Landwirtschaft wurden ihre Habitate immer seltener, sodass die Wildbienen stets weniger geeignete Flächen für die Aufzucht ihrer Brut finden. Nicht zuletzt deshalb ist heute bereits rund die Hälfte aller Wildbienenarten in der Schweiz gefährdet und steht auf den Roten Listen der gefährdeten Tierarten der Schweiz.

Unterstützung für Wildbienen

Wildbienen sind während des ganzen Jahres auf ein kontinuierliches Blütenangebot angewiesen und benötigen zudem enorme Pollenmengen für die Ernährung ihres Nachwuchses. Mit dem Pflanzen von geeigneten Blumen und Wildstauden kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden, um diese wertvollen Tiere zu unterstützen. Ein Wildbienenhäuschen sowie natürliche Niststrukturen wie offene Bodenflächen, markhaltige Stängel, Trockenmauern oder Morschholz bieten weitere wichtige Voraussetzungen für die Fortpflanzung von Wildbienen.

Mauerbienen

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Der Lebenszyklus der Mauerbienen

Mauerbienen sind solitär lebende Wildbienen. Anders als Honigbienen leben Mauerbienen nicht in einem Staat, haben keine Königin, keine Arbeiterinnen, keine Wachswaben und sie produzieren auch keinen Honig.

Stattdessen baut jedes Weibchen – nachdem es sich mit einem Männchen gepaart hat – sein eigenes Nest, beispielsweise in einem Bambusröhrchen. Jede Brutzelle wird mit einer Mischung aus Pollen und Nektar verproviantiert. Auf diese Mischung legt das Weibchen ein einziges Ei. Die Brutzelle wird anschliessend mit einer dünnen Wand aus lehmiger Erde verschlossen. Diese Wand bildet gleichzeitig den Boden für die nächste Brutzelle. So reiht die Mauerbiene Brutzelle an Brutzelle bis das Nest voll ist. Zum Schluss wird das Nest mit einem dicken Pfropfen aus lehmiger Erde verschlossen. Die erwachsenen Bienen sterben natürlicherweise nach etwa zwei Monaten Flugzeit.

In den Nestern wächst dann bereits die nächste Generation Mauerbienen heran. Aus den Eiern schlüpfen die Larven, die sich vom Pollen-Nektar-Vorrat, dem sogenannten Pollenbrot, ernähren. Haben sich die Larven vollgefressen, spinnen sie einen ledrigen Kokon, in dem sie sich verpuppen und noch im Spätsommer die Metamorphose zur vollkommenen Biene abschliessen. Eingeschlossen im Kokon überwintern die Tiere und schlüpfen im darauffolgenden Frühling. Dann beginnt der Zyklus wieder von Neuem.

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Die Verbreitung der Mauerbiene

Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) ist eine weit verbreitete, einheimische Wildbienenart, die hauptsächlich in Dörfern und Städten vorkommt und dort stellenweise sehr häufig anzutreffen ist. Die Gehörnten Mauerbienen schlüpfen bereits in den ersten warmen Märztagen und sind dann bis etwa Mitte Mai aktiv. Sie ist somit eine der im Frühling am frühesten auftretenden Wildbienenarten.

Eine nahe Verwandte der Gehörnten Mauerbiene, die Rote Mauerbiene (Osmia bicornis), ist sogar noch häufiger und hat ähnliche Ansprüche an das Habitat wie ihre Schwesterart. Die Rote Mauerbiene schlüpft jedoch erst im April und ihre Aktivitätszeit reicht bis weit in den Juni hinein.

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Mauerbienen sind vollkommen harmlos

Mauerbienen sind, anders als Honigbienen, überhaupt nicht aggressiv. Man kann sich dem Nest problemlos nähern und die Tiere gefahrlos aus nächster Nähe beobachten. Die Weibchen besitzen zwar einen kleinen Stachel, setzen diesen aber kaum je ein. Man müsste die Tiere regelrecht mit der Hand zerdrücken wollen, um einen kleinen Stich zu riskieren. Ihr Stachel ist zudem so weich, dass er praktisch nicht in unsere Haut dringen könnte. Ein Stich einer Mauerbiene wäre demnach kaum schmerzhaft und ist in keiner Weise mit Stichen von Honigbienen oder Wespen zu vergleichen. Mauerbienen lassen sich niemals von Essen oder Süssgetränken anlocken.

Pflanzen für Wildbienen

Unsere Wildbienen sind für ihr Überleben auf ein breites Angebot von einheimischen Blütenpflanzen angewiesen. Auf den Blüten finden sie Pollen und Nektar, die sie für die Ernährung ihres Nachwuchses brauchen. Einige einheimische Pflanzen, die sich speziell gut als Wildbienennahrung eignen, werden hier kurz vorgestellt. Die meisten sind in einer Wildstaudengärtnerei in Ihrer Umgebung erhältlich.
Diese Auswahl von Wildpflanzen fördert nicht nur die Wildbienen in Ihrer Umgebung, sondern zaubert auch wunderschöne Farben und Düfte auf Ihren Balkon und in Ihren Garten.

Blausterne

Die wunderschönen, kräftig blauen Blüten der Blausterne (Scilla) produzieren oft blauen Pollen und grosse Mengen Nektar, was sie für Mauerbienen besonders attraktiv macht. Dabei kontrastiert der blaue Pollen wunderschön mit der roten Behaarung der Mauerbienen-Weibchen.

Im Garten stellen sie eine tolle Ergänzung zu den häufigeren Krokussen oder Schnee- und Märzglöckchen dar. Blausterne müssen entweder schon im Herbst als Zwiebeln eingepflanzt werden oder können alternativ im Frühjahr in Töpfen gekauft werden.

Traubenhyazinthen

Traubenhyazinthen (Muscari) sind wertvolle Nektarspender und eignen sich hervorragend dazu, den Mauerbienen morgens den ersten Energiecocktail zu servieren. Der Pollen wird von den Mauerbienen auf spezielle Art und Weise gesammelt: Da er in der Blüte versteckt ist, lässt sich die Mauerbiene den Pollen beim Blütenbesuch auf den Kopf rieseln. Erst vor dem Abflug befördert sie ihn mit den Beinen in die Bauchbürste.

Traubenhyazinthen gehören zu den Liliengewächsen, sind reich an Nektar und riechen herrlich süss. Sie müssen bis im Herbst im Garten gepflanzt werden oder können alternativ im Frühjahr in Töpfen gekauft werden.

Weiden

Weiden sind mit ihren früh blühenden Kätzchen nicht nur hübsch anzuschauen, sondern auch wertvolle Pollen- und Nektarspender für Mauerbienen. Zudem laben sich viele weitere Wildbienenarten, Honigbienen und Schmetterlinge gerne am üppigen Nahrungsangebot, das die Weiden bieten.

Als Pioniergehölze sind Weiden besonders anspruchslos und pflegeleicht. Sie gedeihen auch in Töpfen bestens und entwickeln sich rasch zu stattlichen Bäumchen. Von den rund 30 einheimischen Weidenarten eignen sich besonders die Saalweide (Salix caprea) und die Purpurweide (Salix purpurea) als Wildbienenpflanzen.

Schwarzdorn

Der Schwarzdorn (Prunus spinosa) bietet – wie die Kirschbäume, zu deren Pflanzengattung er gehört – dank vieler Blüten eine ausserordentlich ergiebige Pollen- und Nektarquelle für die Mauerbienen und viele weitere Blütenbesucher, die ihre Batterien wieder aufladen müssen.

Im zeitigen Frühjahr entfaltet der Schwarzdorn seine weisse Blütenpracht noch bevor die Blätter spriessen. So bilden seine dicht gedrängten Blüten einen wunderschönen Kontrast zum austreibenden Grün. Unter den einheimischen Büschen gehört der Schwarzdorn zu den ersten Wildpflanzen, die im Frühjahr blühen.

Weissdorn

Die sommergrünen Weissdorne (Crataegus) gehören zu den Rosengewächsen und wachsen meist als dicht verzweigte, dornige Sträucher oder Bäume. Die auffälligen weissen Blüten, die bei den Zierarten manchmal rosafarben oder rot sind, stehen in Schirmrispen und blühen von Anfang Mai bis Ende Juni. Während dieser zwei Monate bietet der einheimische Weissdorn den Mauerbienen mit seinen wunderschönen, dichten Blüten eine ergiebige Pollen- und Nektarquelle.

Die säuerlich-süssen, beerenartigen Apfelfrüchte des Weissdorns sind normalerweise rot oder orange und lassen sich mit anderen Früchten gut zu Kompott oder Gelee verarbeiten, da sie gut gelieren.

Felsenbirne

Die gewöhnliche Felsenbirne (Amelanchier), manchmal auch Edelweissstrauch oder Felsenmispel genannt, blüht vor dem Laubaustrieb zwischen April und Mai. Der aufrechtstehende, traubige Blütenstand besteht aus 3–10 schneeweissen Blüten, deren Blätter in den Spitzen leicht rosa getönt sind. Dieses nektarreiche Gewächs wird von verschiedenen Insektenarten – unter anderem von Mauerbienen und Schmetterlingen – häufig aufgesucht.

Die dornenlose, dicht verzweigte Felsenbirne zeigt im Herbst eine besonders charakteristische orange bis dunkelrote Färbung der Blätter. Schon im 16. Jahrhundert wurde sie wegen ihrer Schönheit als Zierpflanze verwendet. Besonders gut wächst dieses Gehölz an sonnigen und trockenen Lagen.

Lungenkraut

Das Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) ist ein Frühblüher und bildet seine farbenprächtigen Blüten schon im März aus – ideal für die Mauerbienen, die zu dieser Zeit aus ihren Kokons schlüpfen und sich sofort auf Nahrungssuche begeben.

Seinen Namen verdankt das Lungenkraut dem Umstand, dass es seit dem Mittelalter als Medizin gegen verschiedene Lungenkrankheiten eingesetzt wird. Die glockenartigen, anfangs rosafarbenen, später violetten Blüten bereichern jeden Garten. Das mehrjährige Lungenkraut bevorzugt Halbschatten und nährstoffreiche Erde. Es ist frosthart und eignet sich hervorragend als Gartenkultur, gedeiht aber auch gut im Topf auf dem Balkon und auf der Dachterrasse.

Ziest

Zieste (Stachys) gehören zu den Lippenblütlern und sind für eine Vielzahl von Wildbienenarten eine wichtige Pollen- und Nektarquelle.

Diese wunderschönen Blumen blühen vom Frühsommer bis spät in den Hochsommer und verbreiten an sonnigen Tagen einen angenehm würzigen Duft. Der Wollziest ist zwar nicht einheimisch, wird jedoch durch seine verwandtschaftliche Nähe zu seinen einheimischen Vettern ebenso geschätzt. Zudem werden die wolligen Haare, die der Pflanze einen silbernen Schimmer verleihen, von der Garten-Wollbiene zum Nestbau genutzt.

Saat-Esparsette

Vor Jahrhunderten aus den Steppen Zentralasiens nach Westeuropa gebracht, ist die Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) heute eine der wichtigsten Wirtspflanzen der heimischen Wildbienen. Ihre vielblütigen Blütenstände bieten ein üppiges Angebot an Pollen und Nektar.

Das zarte Rosa ihrer Blüten und die fein gefiederten Blätter machen sie zu einer ästhetischen Perle im Garten und auf dem Balkon.

Hornklee

Der Hornklee (Lotus) ist ein absoluter Alleskönner. Er bietet so vielen Wildbienenarten die passende Nahrung wie kaum eine andere einheimische Pflanze und sollte deshalb in jedem Garten und auf jedem Balkon ein Plätzchen finden.

Die Vertreter der Gattung Hornklee verdanken ihren Namen ihren hornartig gekrümmten Früchten. Die lieblichen Blüten sind jedoch zart gebaut und von einem leuchtenden Gelb. Ist er verblüht, kann man ihn durch Zurückschneiden der Triebe schon nach wenigen Tagen erneut zum Blühen bringen. Er gedeiht beinahe auf jedem Bodentyp, mag es jedoch am liebsten sonnig und warm. Auch im Topf entfaltet er seine Pracht und lädt allerlei Besucher zum Festmahl.

Färberkamille

Früher verwendet um Wolle und Leinen zu färben, kann die wunderschöne Färberkamille (Anthemis tinctoria) heute die Farbenpracht unserer Gärten mit einem warmen, kräftigen Gelb bereichern. Zudem ist sie nicht nur wunderschön, sondern bietet ein üppiges Angebot an Pollen und Nektar, weshalb sie von diversen Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen gerne besucht wird.

Die Färberkamille mag es sonnig und warm und kann auch mit wenig Wasser und Nährstoffen ihre Pracht entfalten. Ihr würziger Duft zaubert an heissen Sommertagen ein mediterranes Flair in Ihren Garten oder auf Ihren Balkon.

Resede

Die Resede (Reseda lutea), auch Gelber Wau genannt, ist in ihrer Erscheinung eher unscheinbar, übt aber auf viele Wildbienen eine enorme Anziehungskraft aus. Einige Arten sammeln ihren Pollen gar ausschliesslich auf den kleinen Blüten der Resede. Ein genauer Blick auf ihre Blüten verrät, weshalb das so ist – sie bestehen fast gänzlich aus Staubblättern.

Diese zarte und weitgehend unbekannte Pflanze stiehlt zwar vom Erscheinungsbild her keiner Nachbarin die Show, doch die zahlreichen Besucher, die ihre Blüten anlocken, sind zum Beobachten eine wahre Freude.

Wegwarte

Die Wegwarte (Cichorium intybus) ist unsere einheimische Wildversion des Endiviensalats. Die Blätter, die ebenfalls essbar sind, lassen kaum erahnen, was im Sommer erscheinen wird. Ihre Äste können über einen Meter hoch wachsen und dann mehrere Dutzend Blüten in einem unverwechselbar leuchtenden Hellblau hervorbringen. Eine ganze Reihe von Wildbienen aber auch viele Schmetterlinge und Schwebfliegen werden vom reichhaltigen Angebot der Wegwarte angelockt.

Die Wegwarte benötigt etwas Raum zum Wachsen, gedeiht jedoch auch wunderbar auf kiesigem und trockenem Boden. Die essbaren Blüten eignen sich übrigens hervorragend zur Dekoration eines Sommersalats.

Glockenblumen

Die Glockenblumen (Campanula) haben einen enormen Wert als Pollen- und Nektarspender für eine Vielzahl verschiedener Wildbienen.

Keine andere Pflanzengattung der Schweiz hat so viele hochspezialisierte Wildbienen als Bestäubungspartner wie die Glockenblumen, die mit in der Schweiz ganzen 22 Arten vertreten sind. Für viele Wildbienenarten stellen die Glockenblumen zudem den einzigen Pollenlieferanten dar.
Ihre aussergewöhnliche Vielfalt erlaubt es, für praktisch jeden Standort die richtige Art zu finden.

Disteln

Die Kratzdisteln (Cirsium) haben sich ein stacheliges Selbstverteidigungsarsenal zugelegt, weshalb sie oft ausgerissen oder vergiftet werden. Gibt man ihnen jedoch die Chance, in ihrer ganzen Pracht zu erblühen, erkennt man schnell, welchen ökologischen Wert diese wehrhaften Pflanzen innehaben: Kaum eine andere Pflanzengruppe ist als Pollen- und Nektarspender bei diversen Wildbienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen und vielen weiteren Insekten derart beliebt wie die Disteln.

Soll verhindert werden, dass sich die Disteln versamen, müssen nur die Blütenköpfchen nach der Blüte mit einer Schere entfernt werden.

Eselsdistel

Wer in der Wildbienenförderung hoch hinaus will, macht im Garten Platz für die Königin der Disteln, die Eselsdistel (Onopordum acanthium). Ihre vielen Blüten bieten reichlich Pollen und Nektar. Wollbienen sammeln ihre flauschige und silbern glänzende Behaarung, unter den mächtigen Blättern der Rosette siedeln sich mit etwas Glück die Wiesenhummel (Bombus pratorum), die Grashummel (Bombus ruderarius) oder die Veränderliche Hummel (Bombus humilis) an, und die trockenen Pflanzenstängel werden von diversen Wildbienen und Solitärwespen als Nistplatz genutzt.

Auch wenn ihr Name nicht gerade königlich anmutet, so ist die Eselsdistel doch eine imposante Erscheinung und bildet schon fast ein kleines Ökosystem, das allerdings einiges an Platz benötigt. Sie ist deshalb für das Balkonkistchen nicht geeignet, stellt aber definitiv eine grosse Bereicherung für jeden Naturgarten dar.

Natterkopf

Der Natterkopf (Echium vulgare) hat, wie die meisten blauen Pflanzen der Rauhaargewächse, blaue Blüten, die als Knospe rosafarben sind. Die sehr nektarreichen Blüten locken diverse Wildbienen an, wobei es eine spezielle Mauerbienenart gibt, die sich ausschliesslich vom Pollen des Natterkopfs ernährt.

Die zweijährige Ruderalpflanze braucht vor allem viel Sonne, gibt sich aber ansonsten auch mit sehr magerem und trockenem Boden zufrieden und erfreut den Betrachter mit einem Feuerwerk an Blau.

Einfach mal blühen lassen!

Im Gemüse- und Kräutergarten schlummern oft ungeahnte Schätze für die heimischen Wildbienen. Viele unserer Nutzpflanzen verfügen, lässt man sie denn mal blühen, über ein wertvolles Pollen- und Nektarangebot.

Klassische Beispiele sind sämtliche Vertreter der Gattung Allium (Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Schalotten, Schnittlauch etc.), die mit ihren kugeligen Blüten unzähligen Besuchern ein Festmahl bescheren. Auch viele unserer Salate oder natürlich die imposante Artischocke blühen wunderschön und bereichern das Pollenangebot. Speziell wertvoll sind zudem alle Kreuzblütler, zu denen sämtliche Kohlpflanzen (Rosenkohl, Broccoli, Wirz, Kohlrabi etc.) gehören. Auch Ruccola, Meerrettich, Kresse, Raps oder Radieschen gehören zu dieser vielseitig genutzten Familie.

Übrigens sind die dekorativen Blüten von praktisch allen Gemüsepflanzen essbar und schmecken oft hervorragend.