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NZZ am Sonntag: Die Insekten sterben lautlos

Artikel vom 11.8.2017 in der NZZ am Sonntag, Andreas Frey

Bienen, Hummeln und Grillen sind immer seltener zu hören. In Mitteleuropa verschwinden die Insekten.

Manche sagen, man könne das Drama bereits hören. Beziehungsweise eben nicht. Man müsse nur die Augen schliessen und lauschen. Immer seltener vernehme man das Summen der Bienen, das Brummen der Hummeln oder das Zirpen der Grillen. Sie werden weniger.

Doch je leiser der Sommer wird, desto lauter wird gestritten. Umweltschützer behaupten, dass in Mitteleuropa mittlerweile bis zu achtzig Prozent der Falter, Schmetterlinge, Libellen und Käfer verschwunden sind. Stimmt das, oder handelt es sich dabei nur um eine Erfindung im Dienste einer guten Sache – der Natur?

Wer dieser Tage mit Wissenschaftern spricht, hört tatsächlich Beunruhigung. Das Insektensterben sei bittere Realität, heisst es. Aber es gibt Fragezeichen: Wie viele es genau sind, welche Arten besonders betroffen sind, wo die Gründe liegen – alles unklar. Flächendeckende Bestandszahlen und systematische Forschungsreihen gibt es praktisch nicht. Das liegt auch am Forschungsobjekt selbst: Fliegen lassen sich nun mal schlechter zählen als Krähen oder Biber.

Langzeitvergleiche fehlen

Das Messproblem ist einer der Hauptgründe, warum der Verlust von Insekten nicht schon früher auffiel. Es existiert kein lückenloses Langzeitmonitoring, obwohl die Schweiz im Gegensatz zu anderen Ländern über ein recht gutes Instrument zur Überwachung der biologischen Vielfalt verfügt.

Doch das Biodiversitäts-Monitoring des Bundesamts für Umwelt (Bafu) umfasst nur wenige Tiergruppen, zudem werden die Insekten hierzulande erst seit 15 Jahren unter die Lupe genommen. Der Zeitraum ist zu kurz, um daraus Unterschiede zwischen heute und früher abzuleiten. «Dafür hätte das Monitoring bereits Anfang der fünfziger Jahre beginnen müssen», teilt der Bafu-Ökologe Francis Cordillot auf Anfrage mit.

Dennoch liefert das Bafu wichtige Ansatzpunkte: 22 300 Insektenarten sind in der Schweiz erfasst, 2774 davon wurden im vergangenen Jahr untersucht. Darunter sind Tagfalter und Zygänen, aber auch Eintagsfliegen, Steinfliegen und Wasserläufer. Von den untersuchten Insekten stehen laut Cordillot derzeit 40 Prozent auf der roten Liste, 5 Prozent gelten als verschwunden. Zudem sind 13 Prozent potenziell gefährdet. Fazit des Bundesamtes: Die Mehrzahl aller Insekten in der Schweiz ist bedroht…

Um den vollständigen Artikel zu lesen, NZZ am Sonntag: Die Insekten sterben lautlos.

Quelle: NZZ am Sonntag: Die Insekten sterben lautlos

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